Die Wolfgangskapelle am Wolfgangsriegel bei Böbrach

Die Wolfgangskapelle am Wolfgangsriegel bei Böbrach
Hier hat vor 1000 Jahren der heilige Wolfgang auf seinem Weg nach Böhmen in wilden Wald übernachtet. Die Wolfgangskapelle liegt wildromantisch in Felsen eingebettet
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Donnerstag, 7. Mai 2026

Zu Pilgerhelfer Xaver Hagengrubers erstem Sterbetag am 7. Mai 2025

 

Xaver schläft im Wald bei der Wolfgangskapelle 

 Wie soll ich passende Worte finden um zu beschreiben, wie das war mit Xavers Leben und Sterben? Er ist den steilen und steinigen Weg zum Gipfelkreuz gegangen, nicht den flachen, allmählichen, der auch zum Ziel führt. Xaver war extrem hart in Nehmen, gestählt durch seine freiwillige Armut seines sehr einfachen Lebens am Hof mit unseren paar Tieren.

Was haben wir für Gaudi gehabt, haben das Leben angelacht und ausgelacht und gemacht, was wir für wichtig hielten! Dann gab es noch die Tage, wo Xaver nichts als die Flucht ergriff vor der Härte und Einsamkeit seiner Einsiedelei. Hauptsache weg von hier! So viele Baustellen außen und innen, die es zu überbrücken galt. "Über 7 Brücken musst du geh'n!" 

Ast für Ast wurde durch Ungewitter von seinem Lebensbaum abgebrochen. Doch immer wieder trieb er Blätter und Blüten aus. Dann aber wurde sein Stamm durch eine Krebserkrankung von innen ausgehöhlt. Ich erinnere mich, er hatte sich bei einem Sturz  eine Rippe gebrochen und war noch ganz lustig drauf und schmiedete Pläne für den kommenden Abend. Und auf einmal kam dieser laute, unendlich laute, lange Schrei. Ich organisierte einen Krankenwagen. Man brachte ihn in die Klinik - sie konnten nichts finden. Xaver war auch vollkommen ruhig und schmerzfrei. Nicht Rippe in Organ eingespießt oder so. Sie lieferten ihn wieder zum Hof, nachdem ich eine Nacht Überwachung im Krankenhaus erbeten hatte. 

Wochen später: Es ist ein klarer und schöner Maitag. Unser verehrter Freund, der Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann kommt mit in die Klinik in der Donauebene. Es waren die letzten Stunden. Das Vaterunser ist noch da, kräftig und vollkommen. "Der Herr segne deinen Eingang und Ausgang.."

Zwei Stunden später brachte man ihn für eine Notoperation zu seinem ursprünglichen Chirurgen nach Viechtach. Dort angekommen schied er noch im Krankenwagen aus dem Leben. Xaver ist im "Woid" gestorben.  

(Dorothea Stuffer)

Birkenkreuze für die Wolfgangskapelle 

Birkenstämme für die Kreuze schneiden 


 






Einen Strauß Johanniskraut pflücken

Einen Strauß Brennnessel pflücken

Xaver als liebevoller Totengräber 

Aufstellen von "Xavers Lebensgeschichte" am Xaverhof: "Durch Wiederaufbau Gutes tun" 

  



Bei Regen im Schubkarren sitzen und warten

Mit Lena Maiskolben einsammeln 

Bei Schneetreiben 

Rasten beim Heu machen 

Heu machen mit Pilger Rudi, Chintha und Monika - den letzten Ballen verfüttere ich gerade. Der ist nun 5 Jahre alt, aber noch ganz gut...

 

Tschau servus pfirti 👋🏻

(Fotos und Text Dorothea Stuffer) 

Sonntag, 3. Mai 2026

Dorothea Stuffer: Tausend Blechschafe

 

"Gestern konnte ich zu meinen gefühlt "tausend Blechschafen" nochmal 8 kleine Schäflein hinzufügen."

 Die Zahl Tausend hat einst Hildegards Sohn Benedikt aufgebracht, als es um die Bestückung des Wolfgangsweges mit Stuffer-Blechschafen ging. Das ist etwa 20 Jahre her- und wir nehmen an, der Benedikt kommt nahe hin mit seiner Rechnung.. Man kann sie nicht zählen, aber die Wolfgangs-Kultschafe sind mittlerweile auf jeden Fall ein Begriff. Frei nach Vincent van Gogh, der mal sagte: "Meine Bilder sollen in den Stuben der armen Leute hängen", sagt Künstlerin Dorothea Stuffer: "Kein Haushalt ohne Doriblechschaf"  🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑🐑

Mutter / Kind

Im Arbeitsprozess

"Aus Resten von Schwarzblech 0,6 mm fertigte ich aktuell zu den vorhandenen kleinen Schafen acht neue an. Leider ist seit Jahren deutschlandweit das relativ dünne 0,6 mm Schwarzblech nicht mehr verfügbar. Das dünnste ist jetzt 0,75. Da ist es (mir) unmöglich, solche kleine Schafe auszuschneiden. Ich komme da gar nicht mit der Blechschere um die Kurve."  


Wolfgangsschaf am Pilgerweg St. Wolfgang 



 

Donnerstag, 6. November 2025

20 neue Pilgerkreuze für den Aufstieg zur Wolfangskapelle

20 neue Pilgerkreuze laden zum Gebet unterwegs ein - Hildegard Weiler, Hund Theo und Dorothea Stuffer freuen sich - auch für die Pilger! 

20 neue Kreuze sind feierlich am Wolfgangstag angekommen. 


Auf so manchem Pilger- oder Wanderweg sind am Weg oftmals Steine zu sehen, die jemand abgelegt hat oder zu kleinen Türmen aufgestapelt hat.
Bei der Falkensteinkapelle im Salzkammergut, dem historischen Vorbild der Wolfgangskapelle, gibt es einen sogenannten "Schlupfstein": Zwänge dich durch das Loch hindurch und streife ab, was dich belastet hat.

Am Fuße des Kreuzweges hinauf zur Wolfgangskapelle stehen Pilgerkreuze bereit. Sie sind gefertigt aus jungen Baumstämmem, meist aus Birke. "Ein Stück mit Christus gehen" heißt die Einladung. Dieser seit einigen Jahren zu einer beliebten Tradition gewordene Brauch ist nicht mehr wegzudenken. Wanderer und Pilger, einzeln oder in Gruppen, tragen die Kreuze zur Kapelle hinauf. Eine Tafel lädt ein, dieses "Kreuz tragen mit Christus" mit einem Anliegen, einem Dank oder einer Bitte zu verbinden. Im Laufe der Zeit sind allerdings die ersten Kreuze verwittert, verrottet, in Stücke zerfallen. Die Kapellenbesucher haben sich dieses Kreuztragen jedoch nicht nehmen lassen. Es gehört dazu! Und so haben immer wieder andächtige Besucher Äste oder Reste von alten Kreuzen zu einem persönlichen Kreuz gelegt.

Der am 7. Mai diesen Jahres verstorbene Pilgerhelfer Xaver Hagengruber hat die Idee vor etwa 10 Jahren ins Leben gerufen: Trage ein Kreuz hinauf zur Wolfgangskapelle! Xaver Hagengrubers Vermächtnis wurde nun zum Wolfgangstag am 31. Oktober erneuert. 20 neue Kreuze, solide und handlich aus jungen Erlenstämmen von Xavers treuen Freund Johannes Jung gefertigt, stehen wieder bereit. "Ich beobachte das ganze Jahr über wahre Pilgerströme, die zur Kapelle hinaufgehen", erklärt Hildegard Weiler, Betreuerin der Wolfgangskapelle. "Die Kreuzaktion ist sehr gefragt soll unbedingt weiter bestehen bleiben. Ich empfinde sie als großen Segen."  Hildegard Weiler ist erste Vorsitzende vom Verein Pilgerweg St.Wolfgang. Sie wohnt am Fuße das Kreuzweges am St Wolfgangshof. "Die Kreuze sind schon zum Wahrzeichen geworden, so wie die wegweisenden Blechtiere, Schafe, Alpakas und Engelfiguren den Weg zieren, die Menschen erfreuen und auf den Seelen-Hirten Wolfgang aufmerksam machen."

Wer das Kreuztragen unterstützen möchte, kann gerne auch ein Kreuz von der Wolfgangskapelle wieder hinunter tragen
 

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Friedliche Herde auf dem Weg zur Wolfgangskapelle

Auf dem Weg zur Wolfgangskapelle 

 Der Kreuzweg zur Wolfgangskapelle führt zuerst flacher und später steil und wild durch den Wald bergauf. Etwa auf halber Stecke - nach etwa 15 Minuten - begegnet den Wander-Pilgern eine friedliche Herde, bestehend aus Schafen, Alpakas, einer Ziege und Pferden. 

Vorgestern machte Künstlerin Dorothea Stuffer  einen "Kontrollgang" dahin, um nachzusehen, wie es den Blechtieren geht. Ein mystischer Kraftort, dessen Wirkung man bei entsprechender Einstellung sich nicht entziehen kann.

 Die Blechgruppe steht dort völlig unangegriffen seit dem 31. Oktober letzten Jahres. Das ist der Gedenktag des heiligen Wolfgang, der hier vor 1100 Jahren auf seinem Weg nach Böhmen hinauf gegangen ist. Gut bewacht werden die Tiere und Vorbeigehenden vom Erzengel Michael, dem am 29, September mit den Erzengeln Rafael und Gabriel und allen Engeln das Hochfest "Michaelistag" gewidmet ist.  

Erzengel Michael 

Hinter einer Baumwurzel eines umgestürzten Baumes steht ruhig die Herde. 

Kleines Schaf 

Zwei Alpakas 

Die Herde wurde weder von Sturm noch von Regen, Sonne, Schnee, Hagel, Gewitter oder "Jägern" angegriffen 

Die Blechschafe sind seit über 20 jahren ein wegweisendes Wahrzeichen Jahren am sogenannten "Herzstück" des Wolfgangsweges. 

Ziegenhirt mit Ziege und Laterne  auf dem Weg zur Wolfgangskapelle 

Sitzendes Alpaka und Schaf 



An dieser Stelle einen Dank an das Aufbauteam vom Oktober 2024: Reinhold, Hildegard, Erich, Johannes, +Xaver+, Matthias, Anna

Donnerstag, 31. Juli 2025

Ein Bericht von Sepp Schreindl in der App "Wanderkultur" über 4 Stuffer-Blechfiguren

Lebensgroße Nikolausfigur 

 Kürzlich bekam die Viechtacher Künstlerin Dorothea Stuffer einen Anruf aus Zwiesel mit der Anfrage um einige Informationen zu vier Blechfiguren und einem größeren Gemälde auf Holz, die bei der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus und bei der Bergkirche angebracht sind. Es handelt sich hierbei um Darstellungen vom heiligen Nikolaus (Stadtpfarrkirche), um eine Muttergottesfigur (Stadtpfarrkirche), um den heiligen Wolfgang (Bergkirche, um den heiligen Gunther (Bergkiche) und um die heilige Theresia (Holzbild, Bergkirche). 

Heute stellen wir Ihnen einen Textentwurf über Nikolaus und Muttergottes vor. Die Darstellungen bei der Bergkirche sind in Vorbereitung. Auch über Stuffer-Blech am Wolfgangsweg sind wir in Kontakt. 

 Hier der Text für die Wander-App von Sepp Schreindl : 

  Heilige am Kirchplatz 

 Bei den zwei Seitenportalen der Stadtpfarrkirche Zwiesel befindet sich je ein Heiligenbild auf Blech gemalt. Beide wurden initiiert vom Arbeitskreis Regionale Kultur der Zwieseler Agenda 21. Diese aus der Konferenz von Rio 1992 hervorgegangene Bewegung landete in Zwiesel auf fruchtbaren Boden und regte zahlreiche Entwicklungen auf ökologischem, ökonomischem und sozialen Gebiet an. Eine treibende Kraft auf dem Gebiet der Kultur war der ehemalige Leiter des Zwieseler Waldmuseums Erwin Steckbauer. 
Am Nordportal steht das Bildnis des heiligen Nikolaus von Myra, um 280 bis um 350. Er ist einer der bekanntesten Heiligen und auch Patron der Zwieseler Stadtpfarrkirche. In erster Linie ist er vertraut als Gabenbringer am 6 Dezember bzw. an dessen Vorabend. Nikolaus war Bischof von Myra in Kleinasien, damals griechisch-sprachiges Römisches Reich, heute Türkei. Der Sage nach verteilte er sein Vermögen an Notleidende. Um ihn ranken sich diesbezüglich zahlreiche Legenden. Dargestellt ist der Heilige mit einer Mitra auf dem Kopf und dem Bischofsstab in der einen sowie einen Apfel in der anderen Hand. 

Die Rückseite der Stadtpfarrkirche ziert eine auf Blech gemalte Muttergottesfigur. Sie trägt das Jesuskind im Arm. Beide haben eine Krone auf dem Haupt. Bekleidet ist sie mit einem weit ausgebreiteten Mantel, wie er typisch ist für eine Schutzmantelmadonna,  wobei jedoch die Schutzsuchenden nicht dargestellt sind.  Zwiesel hat einen besonderen Bezug zur schützenden Maria, woran eine Marmortafel im Inneren der Stadtpfarrkirche erinnert (23 Mai 1943). - In schwerer Zeit wurde die Pfarrei Zwiesel feierlich der Mutter Gottes geweiht.

 Die Gemälde auf Blech wurden zur letzten Jahrhundertwende gestaltet von der Malerin und Bildhauerin Dorothea Stuffer aus Viechtach, geboren 1953. Sie studierte Bildhauerei und Kunsterziehung an der Akademie für Bildende Künste in München. Nach den beiden Staatsexamen war sie als Kunsterzieherin an Gymnasien. Zudem betätigt sie sich als freischaffende Künstlerin. 

Etliche  Werke im öffentlichen Raum vieler Bayerwaldgemeinden sind ihre Schöpfung.
 
Die gleiche Marienfigur wie in Zwiesel ist auch am Gnadenhof Xaverhof angebracht. 

 
Gesicht der Nikolausfigur. Es gibt noch zwei Figuren, die gerne auch mal unterwegs sind.  

2 Fotos (Ausdruck auf Papier) bei der Stadtpfarrkirche Zwiesel von Sepp Schreindl 

Heiliger Gunther, Bergkirche - Darstellung mit Hirschkuh (Legende) 

Dienstag, 13. Mai 2025

Abschied von Pilgerhelfer Xaver Hagengruber - Termin

Xaver, feierlich und friedvoll aufgebahrt unter dem Schutz des starken Erzengel Michael. Ein aufkeimender Tannenzweig begleitet ihn. Ein Tannenzapfen von Milda (93) liegt in seiner Hand. 

Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann segnet den sterbenden Xaver . Gemeinsam beten sie laut das Vaterunser. Aus dem Handy ertönt das Lieblingslied von Xaver: "Über 7 Brücken musst du geh'n." 



 Die Beerdigung ist am morgigen Mittwoch, den 14. Mai um 15.00 Uhr in Teisnach 

 Heute, Dienstag, den 13. Mai ist um 18.30 Rosenkranz in der Fernsdorfer Kirche

Ihr Lieben, wir vermissen ihn und behalten ihn immer in unseren Herzen.

+ Die Feuerwehr wird den Sarg mit einer Fahne begleiten.

+ Hildegard Weiler wird als Vorsitzende des Vereins Pilgerweg St. Wolfgang am Grab sprechen.

+ Pilger Rudi Simeth wird singen.

+ Dorothea Stuffer wird einige Worte zu Xavers Leben und Sterben sagen. 

Xaver, lächelnd im Sonnenlicht am 1. Mai 2025 

Xaver 

"Über die siebte Brücke wirst du getragen",  sagte Altpfarer Ernst-Martin Kittelmann. 


Samstag, 12. April 2025

Das Gesicht einer Marienfigur überarbeitet


Hildegard hat eine Marienfigur geschenkt bekommen .

Ihr Anliegen war, das Gesicht zu überarbeiten .

Jemand hatte die Figur mal neu bemalt und sich viel Mühe gegeben.

Doch das Gesicht war nicht so gut gelungen... 

Bei Restaurationen soll man nicht radikal dran gehen. Die "Geschichte" soll möglichst erhalten bleiben. Dorothea Stuffer  versuchte es mit einigen zarten Linien . . . 

Gesicht der Marienfigur vorher

 Nun überarbeitet

Marienfigur, Gipsplastik, Gesicht renoviert

Dorothea Stuffer erzählt:

"Vor etlichen Jahren brachte mal meine Künstlerfreundin Vesna Poprzan aus Kroatien eine ähnliche Jesus-Gipsfigur in mein Haus. Die Farbe war an verschiedenen Stellen abgeblättert, und Vesna hatte den Auftrag, die Figur wieder herzurichten. Ich fuhr mit ihr in eine nahegelegene Galerie, wo der Besitzer auch gute Farben verkaufte. Er sah die Figur und weigerte sich: "Auf solch einen Kitsch will ich nicht meine Farben auftragen lassen!" 

Wir verließen die Galerie und fanden passende Farben bei mir.  Ich will den Galeristen nicht verurteilen und ich verstehe schon, was er fühlte. Doch mir fällt dazu ein, wie der heilige Franziskus mal eine Erscheinung im Traum hatte, wo Jesus zu ihm sagte: "Franz, richte meine zerstörte Kirche wieder her!" Franziskus meine erst, Jesus habe die Kirche San Damiano gemeint. Aber es war ein umfassenderer Auftrag... 

Donnerstag, 10. Oktober 2024

Zur Geschichte der Wolfgangskapelle und mehr - Jubiläums-Ereignis am 12. Oktober!

Pilgergruppe bei der sagenumwobenen Wolfgangskapelle (Foto: Pilger Rudi Simeth)

 Auf den Spuren eines Heiligen 

 
Bischof Voderholzer ist am 12 Oktober zu Gast 
 
von Josef Arweck
 
Was die Pfarrei Böbrach mit Bischof Wolfgang verbindet
 
Wolfgangskapelle, Wolfgangsweg, Wolfgangsbrunnen, Kindergarten St. Wolfgang, Pilgerweg St. Wolfgang  - in Böbrach stößt man auf zahlreiche Wolfgangsspuren. Viele fragen sich, woher die enge Beziehung zwischen dem Bistumspatron Wolfgang und der Pfarrei Böbrach stammt.  Dabei muss man weit in die Geschichte zurückgreifen. 

Der heilige Wolfgang wurde 924, also vor 1100 Jahren, im schwäbischen Pfullingen geboren. Nach einer exzellenten Ausbildung im Kloster Reichenau wurde er Mönch in der Benediktiner Abtei Einsiedeln, Schweiz, und 968 zum Priester geweiht. 172 bis zu seinem Tod am 31 Oktober 994 war er Bischof von Regensburg. Darauf setzte eine Welle der Verehrung ein. Kirchen und Kapellen wurden ihm geweiht. Zahlreiche Orte tragen seinen Namen. 

Einen Felsen mit der Hand aufgehalten
 
Als Bischof von Regensburg hat Wolfgang den Grundstein zur Gründung des Bistums Prag gelegt. Gegen viele Widerstände zum Bistum Regensburg gehörende Gebiete jenseits des Bayer- und Böhmerwaldes und die damit verbundenen Einkünfte freigegeben hatte und so die Gründung eines eigenen Bistums Prag ermöglichte

 Einer frommen, wohlbegründeten Sage zufolge, soll Bischof Wolfgang auf einer Reise nach Prag in die hiesige Gegend gekommen sein und an jener Stelle geruht haben, an der heute die Wolfgangskapelle steht. 

Zahlreiche Legenden ranken sich um diese Begebenheit. Von ihnen besagt dass Wolfgang einen herabstürzenden Felsen mit der Hand aufgehalten und so ein Unglück verhindert haben. Mit viel Fantasie ist noch heute der Handabdruck im Felsen nahe der Kapelle zu erkennen.

 Belegt ist jedoch, dass Martin Müller, Bräu von Eck, im Jahre 1776 eine bestehende hölzerne St. Wolfgangskapelle abgebrochen und ihrer Stelle eine kleine steinerne Kapelle erbaut hat. 70 Jahre hat diese Kapelle gestanden, bis sie wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. An ihrer Stelle entstand die jetzige Kapelle. 

Buch der alten Kapelle fand sich ein Hinweis auf einem Schalbrett wonach schon vorher "eine Kapelle von Holz über 150 Jahre alt da gestanden und der heilige Wolfgang verehrt wurde und sehr vielen Menschen großen Nöten und Angelegenheiten geholfen wurde". 

Demzufolge hat also schon 1626 eine Wolfgangs Kapelle hier gestanden.  Bis zum heutigen Tag ist die Wolfgangskapelle Ziel zahlreicher Wallfahrer.  "Freilich nicht die großen Wallfahrtsströme wie anderen Orten, doch kommen regelmäßig Wanderer und Pilger", weiß Hildegard Weiler, in deren Besitz die Kapelle ist und die am Fuße des Wolfgangsriegel wohnt. Auch Bischöfe reihten sich in der Vergangenheit in die Schar der Pilger ein. 
 
Vom Bischof gab's eine Reliquie des Heiligen 

So besuchte am 30. Juli 1889 Bischof Ignatius von Senestrey von Regensburg die Kapelle und schenkte der Pfarrei eine Reliquie des heiligen Wolfgang. Besonders treue Pilger zur Wolfgangskapelle sind die Wolfgangibrüder aus Ruhmannsfelden, die jedes Jahr am ersten Juliwochenende dem Heiligen die Ehre erweisen. "Wolfgang Spuren" gab es in der alten Pfarrkirche: An der Nordwand des Chores das dem heiligen Wolfgang als Pilger zeigte und ein Deckenfresko aus dem 19 Jahrhundert, das den knieeneden Bischof Wolfgang im Himmel vor der Wolfgangskapelle über dem Dorf Böbrach zeigte. Heute beherbergt die Pfarrkirche noch eine Wolfgangsfigur.
 
 Als in den 1990ger Jahren in Böbrach die Dorfkernsanierung sowie die Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Nikolaus durchgeführt wurde, errichtete man auf dem Dorfplatz einen Wolfgangsbrunnen mit einer Bronzefigur des Heiligen, ein Werk des Künstlers Josef Michael Neustifter. Die Einweihung fand am 30. Oktober 1994, somit vor fast genau 30 Jahren, statt. Und für den im Jahre 2006 errichteten Kindergarten war der heilige Wolfgang ebenfalls Namensgeber.

 Neue Impulse in der Wolfgangsverehrung setzte der 2003 gegründete Verein Pilgerweg St. Wolfgang, geführt von Hildegard Weiler und Dorothea Stuffer. Sein Ziel ist es, das Gedankengut und das kulturelle Vermächtnis des Bischofs Wolfgang zu entdecken und zu pflegen sowie die Stätten seines Gedenkens durch einen markierten Pilgerweg miteinander zu verbinden. "Herzstück" des Wolfgangsweges ist der Abschnitt von der Wolfgangskapelle in Böbrach nach Viechtach, der dann weiterführt über St. Englmar und Pilgramsberg nach Regensburg zur Basilika St. Emmeram, wo der Heilige beigesetzt wurde.

 Bischof Rudolf Voderholzer ist im Laufe des Wolfgangsjahres 2023/24 selbst auf verschiedenen Wolfgangswegen durch das Bistum Regensburg gepilgert. Die vorletzte Station auf dieser Pilgerreise führt ihn am kommenden Samstag, 12. Oktober nach Böbrach, wo er ab 15 Uhr mit Pfarrangehörigen und weiteren Wolfgansverehrern vom Wolfgangsbrunnen aus zur Wolfgangskapelle pilgert und weiter nach Frath mit abschließender Andacht und dem Einzelsegen mit der Wolfgangsreliquie. 
 
Unter der großen Wolfgangs-Linde brachten gestern Xaver, Hildegard und ich ein lebensgroßes Bild "Der Heilige Wolfgang mit den Tieren" an. Der Kranz vorn beim Kreuz ist der Erntedank-Kranz aus der Christuskirche.

 
Montage am Fuße des Wolfgangsriegel mit Pilgerhelfer Xaver Hagengruber und Dorothea Stuffer  -  Das Gemälde ist auf eine Blechtafel gemalt.


Der Heilige Wolfgang mit den Tieren, Gemälde in Acryl auf Blech, lebensgroß

Die Entstehung des Wolfgangsweges, großes Gemälde von Dorothea Stuffer auf Holzplatte 
Bronzene Wolfgangsfigur beim Wolfgangsbrunnen der Böbracher Pfarrirche St. Nikolaus 

Mittwoch, 21. August 2024

Ferienwanderung am Baumschutz-Engelpfad: GRENZERFAHRUNGEN

GRENZERFAHRUNGEN 

  Engel stehen immer an der Grenze: Zwischen Himmel und Erde, Gott und Mensch, Denken und Verstehen, Geist und Leib, Zeit und Ewigkeit. So erinnert uns das Bild des Engels daran, ob wir bereit sind, uns über die Schwelle unseres begrenzten Lebens in den weiten Raum Gottes hinübertragen zu lassen. (Altpfarrer Ernst-Martin Kittelmann) 

Auf unserem Waldweg am Baumschutz-Engelpfad kommen wir immer tiefer in den Wald, wo uns eine zahlreiche Engelschar Gott sei Dank den Weg weist. Am Tiefpunkt des Pfades nähern wir uns dem Engel "Grenzerfahrungen"...