Mit ihr fing alles an...

Mit ihr fing alles an...
Die Wolfgangskapelle bei Böbrach: Pilgerwanderung mit Mitgliedern und Freunden des Vereins "Pilgerweg St.Wolfgang". Der Verein erarbeitet derzeit die Wolfgangsweg-Strecke "Regensburg - Böhmen".

Donnerstag, 14. Juli 2011

Eine Blechmadonna bei der Kapelle bei Schwiebleinsberg

Diese etwas unter lebensgroße Madonna ist eine farbig gefaßte Blecharbeit. Farbige Figuren aus Schwarzblech, bemalt, sind traditionell beliebt im Bayerischen Wald und besonders oft bei Kreuzigungsgruppen zu finden (zum Beispiel beim Kolmsteiner Kircherl). Diese betende Madonna ist eine Arbeit der Malerin und Bildhauerin Dorothea Stuffer. Schwiebleinsberg liegt ungefähr in der Mitte des Pilgerweg St.Wolfgang-"Herzstückes" Viechtach - Böbrach


Mittwoch, 13. Juli 2011

Eine schöne Legende vom heiligen Antonius

Der Pilger sollte - wenn er am St. Wolfgansweg am Antonikircherl bei Viechtach vorbeigeht - diese Legende des Heiligen im Hinterkopf haben:

Als der heilige Antonius einmal in Rimini war, wo sich eine große Zahl von Ketzern befand, wollte er diese zum Lichte des wahren Glaubens und auf den Pfad der Tugend zurückführen und predigte ihnen daher viele Tage hintereinander und ließ sich selbst über den Glauben Christi und die heilige Schrift in Erörterungen ein. Sie aber hatten nicht nur keine Anerkennung für seine Vorträge, sondern als echte Verstockte und Verbohrte wollten sie ihn überhaupt nicht anhören. So ging der heilige Antonius auf göttliche Eingebung eines Tages an das Ufer des Flusses nicht weit vom Meere. Und als er dort stand - auf dem Ufer zwischen Fluss und Meer - begann er wie in einer Predigt im Namen Gottes zu den Fischen zu sprechen:

"Höret Gottes Wort, ihr Fische des Meeres und ihr Fische des Flusses, da die ungläubigen Ketzer es zu hören meiden!" Kaum hatte er das gesagt, als eine solche Menge Fische zu ihm an das Ufer kam, große, kleine und mittelgroße, wie nie dort im Meer oder im Fluss gesehen worden waren. Alle streckten ihre Köpfe aus dem Wasser und standen gewärtig in größter Stille, Artigkeit und Ordnung dem Antlitz des heiligen Antonius zugewendet. Vorne und nahe am Ufer standen die kleinen Fischlein, hinter ihnen die größeren Fische und noch weiter hinten, wo das Wasser noch tiefer war, die ganz großen. Wie sie nun so in Reih und Glied am Platz waren, begann St. Antonius feierlich zu predigen und sprach:

"Ihr Brüder, ich meine ihr Fische, gar seid ihr gehalten, jeder nach seinem Vermögen, unserem Schöpfer zu danken, der euch ein so edles Element als Wohnung gegeben hat. Wie es euch gefällt, habt ihr süßes Wasser und salziges; viele Schlupfwinkel hat er euch gegeben, den Stürmen zu entgehen; auch ist euer Element schön. klar und durchsichtig und eure Nahrung so, daß ihr davon leben könnt. Gott, euer freundlicher und gütiger Schöpfer, gab euch, als er euch schuf, den Befehl zu wachsen und euch zu mehren, und seinen Segen dazu. Dann, als die große Sintflut kam, und all die anderen Lebewesen sterben mussten, erhielt euch Gott allein ohne Schaden. Dazu gab er euch die Flossen um hinzueilen, wo es euch gefällt. Euch war es, auf Gottes Geheiß, vorbehalten, Jonas, den Propheten, zu erretten und ihn am dritten Tage gesund und heil ans Ufer zu werfen. Ihr botet unserm Herrn Jesus Christus, da er als Armer nichts besaß, wovon er hätte zahlen können, den Zins. Ihr wart des ewigen Königs, Jesu Christi, Speise, vor und nach seiner Auferstehung durch ein einzigartiges Mysterium. Durch all dies seid ihr gehalten, Gott Lob und Preis zu zollen. Denn er hat euch größere Wohltaten erzeigt, als allen anderen Kreaturen."

Bei diesen und ähnlichen Worten und Belehrungen des heiligen Antonius begannen die Fische die Mäuler zu öffnen und neigten ihre Köpfe. Und mit diesen und anderen Zeichen zur Ehrerbietung in der Weise, wie sie solche von sich zu geben vermochten, lobten sie Gott. Als nun der heilige Antonius die große Ehrfurcht der Fische vor Gott, ihrem Schöpfer, sah, rief er frohen Mutes: "Gelobt sei der ewige Gott, dass ihn die Fische im Wasser mehr ehren als die Menschen in ihrer Ketzerei, und dass die unvernünftigen Tier ihm besser zuhören als die ungläubigen Menschen."

Und je länger St. Antonius predigte, desto mehr wuchs die Menge der Fische, und keiner rührte sich von dem Platz, den er eingenommen hatte. Dies Wunder zu sehen, begann das Volk der Stadt zusammen zu laufen und auch die oben genannten Ketzer. Als sie das wunderbare Schauspiel in seiner Offenkundigkeit sahen, warfen sich alle, von Reue erfüllt, dem heiligen Antonius zu Füßen um seinem Wort zu lauschen. Da hub der heilige Antonius an, von dem allumfassenden Glauben zu predigen und seine Predigt war so mächtig, dass er alle die Ketzer bekehrte, und sie sich dem wahren Glauben Christi wieder zu wandten. Die Gläubigen aber schöpften einen freudigen Genuss daraus und wurden im Glauben befestigt.

Nachdem dies geschehen war, beurlaubte der heilige Antonius die Fische mit dem Segen Gottes; und alle entfernten sich mit wundersamen Bewegungen der Freude, und gleicherweise das Volk. Darauf verblieb der heilige Antonius viele Tage in Rimini um zu predigen und eine große Ernte an Seelen fiel ihm zu.

Aus: "Die Blümelein der heiligen Franziskus"


Fische in Gefahr - erlebt von Dori